Doppelt ernten, fair fördern: Warum Agri-PV ins EEG gehört

Das EEG 2027 wird gerade im Bundestag beraten – und droht, Agri-PV wirtschaftlich an den Rand zu drängen. Warum die Doppelnutzung von Flächen einen eigenen Platz im EEG braucht und was jetzt nachgebessert werden muss.

Agri-PV verbindet, was lange als Gegensatz galt: Landwirtschaft und Solarstrom auf derselben Fläche. Politisch ist das gewollt. Doch der aktuelle Entwurf für das EEG 2027 gibt der Technologie nicht den Rahmen, den sie für den Markthochlauf braucht. Wir setzen uns dafür ein, dass der Entwurf im parlamentarischen Verfahren nachgebessert wird.

Die Ausgangslage: Das EEG wird neu geschrieben

Das Bundeskabinett hat die EEG-Novelle 2027 am 29. Juli 2026 beschlossen, nun berät der Bundestag. Bei der Solarenergie setzt die Bundesregierung stärker auf kostengünstigere Freiflächenanlagen. Für Agri-PV bleibt dabei wenig übrig.

Der Entwurf sieht für Agri-PV nur noch einen Bonus von 0,5 Cent pro Kilowattstunde vor, gebunden an Mindesthöhen der Aufständerung. Das eigene Ausschreibungssegment für besondere Solaranlagen soll entfallen. Damit fiele der bislang zentrale regulatorische Rahmen für Agri-PV weg.

Zur Einordnung: Das Solarpaket I hatte 2024 ein eigenes Untersegment mit höherer Förderung für besondere Solaranlagen eingeführt. Wegen der fehlenden beihilferechtlichen Genehmigung der EU-Kommission wurde es aber nie angewendet. Statt diesen Rahmen endlich wirksam zu machen, droht nun der Rückschritt.

Agri-PV ist aufwendiger – und leistet mehr

Eine Agri-PV-Anlage ist kein Solarpark mit etwas Grün darunter. Die Module stehen höher oder in größeren Abständen, damit Traktoren, Pflanzen und Tiere ihren Platz behalten. Das kostet mehr in Planung, Bau und Betrieb – dafür bekommt die Gesellschaft deutlich mehr zurück.

Agri-PV spart Fläche. In Deutschland gehen täglich rund 55 Hektar Agrarland für Siedlung und Verkehr verloren, während der Solarausbau bis 2040 schätzungsweise 280.000 Hektar benötigt. Agri-PV löst diesen Konflikt, weil Äcker und Weiden weiter bewirtschaftet werden.

Agri-PV schützt Ernten. Die Module mindern Schäden durch Hagel und Hitze und verringern die Verdunstung. Das ist ein echter Beitrag zur Klimaanpassung, gerade in trockenen Regionen wie Brandenburg.

Agri-PV entlastet die Netze. Nachgeführte und Ost-West-ausgerichtete Anlagen liefern viel Strom am Morgen und am Abend, wenn der Bedarf hoch ist.

Agri-PV stärkt den ländlichen Raum. Landwirtschaftliche Betriebe gewinnen ein zweites, verlässliches Standbein, und die Wertschöpfung bleibt in der Region. Das schafft Akzeptanz für die Energiewende vor Ort.

Was auf dem Spiel steht

Ohne eigenes Segment müssten Agri-PV-Anlagen direkt gegen konventionelle Freiflächenanlagen antreten, die günstiger zu errichten sind. Formal bliebe Agri-PV zulässig, wirtschaftlich würde sie aber an den Rand gedrängt. Verloren gängen genau die Projekte, die Fläche sparen, Akzeptanz schaffen und Landwirtschaft integrieren.

Das steht im Widerspruch zum Koalitionsvertrag. Darin haben CDU, CSU und SPD festgehalten, auf Flächenschonung zu achten und Doppelnutzungen wie Agri-PV zu erleichtern.

Unsere Forderungen

  1. Eigenes Segment erhalten – oder einen Bonus, der trägt: Größere Agri-PV-Anlagen über 1 MWp brauchen weiterhin ein gesondertes Ausschreibungssegment, damit sie fair gegen vergleichbare Projekte antreten. Sollte der Gesetzgeber stattdessen am Bonusmodell festhalten, sollte der Technologiebonus rd. 2,5 Cent statt 0,5 Cent pro Kilowattstunde betragen. Dadurch wird der Mehraufwand für Aufständerung und landwirtschaftliche Nutzung ausgeglichen.
  2. Kleine Anlagen fördern: Anlagen unter 1 MWp sollen weiterhin eine höhere Vergütung außerhalb der Ausschreibungen erhalten. So können auch einzelne Höfe einsteigen.
  3. Netzdienlichkeit anerkennen: Der Beitrag von Agri-PV zur Stabilität des Stromnetzes muss in den geplanten Resilienzausschreibungen berücksichtigt werden.

Jetzt ist die Zeit, nachzubessern

Mit den Beratungen im Bundestag ist das EEG 2027 noch nicht beschlossen. Das ist die Chance, den Entwurf zu korrigieren. Wer Flächen schonen, die Landwirtschaft stärken und die Energiewende in der Fläche verankern will, muss Agri-PV auch wirtschaftlich möglich machen.

Agri-PV gehört ins EEG – mit Regeln, die ihren Mehraufwand abbilden und ihren Mehrwert anerkennen.

Foto: INES fotografie Berlin

Elysium Solar feiert gemeinsam mit Partnern die Inbetriebnahme des Agri-PV-Projekts in Schönefeld

Landwirtschaft, Solarenergie und Biodiversität auf einer Fläche

Ein besonderer Meilenstein für Elysium Solar: Gemeinsam mit unseren Partnern GOLDBECK SOLAR, Berliner Stadtgüter und Commerz Real haben wir die Inbetriebnahme unseres großflächigen Agri-PV-Projekts in Schönefeld bei Berlin gefeiert.

Auf rund 76 Hektar erzeugen 74.064 Solarmodule künftig grünen Strom für etwa 16.500 Haushalte. Gleichzeitig bleibt die Fläche landwirtschaftlich nutzbar – mindestens 90 Prozent werden ökologisch bewirtschaftet.

Das Projekt steht exemplarisch für den Ansatz von Elysium Solar: Solarenergie, Landwirtschaft und Biodiversität gemeinsam zu denken und auf derselben Fläche miteinander zu verbinden.

Agri-PV mit Mehrfachnutzen

Die rund 3,50 Meter hoch aufgeständerten, schwenkbaren Module ermöglichen eine effiziente Solarstromerzeugung und lassen gleichzeitig ausreichend Raum für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung. Die Anlage kann zudem dazu beitragen, Kulturen vor intensiver Sonneneinstrahlung und Starkregen zu schützen.

Ergänzt wird das Projekt durch artenreiche Wildblumenstreifen, ökologische Ausgleichsmaßnahmen und wissenschaftliche Begleitforschung. Damit verbindet Schönefeld Energieerzeugung mit konkreten Maßnahmen für Landwirtschaft und Biodiversität.

„Unsere ganzheitliche Projektentwicklung aus Solarenergie, biologischer Landwirtschaft, Begleitforschung sowie Maßnahmen für Biodiversität und regionale Teilhabe setzt neue Maßstäbe für die Akzeptanz der Energie- und Agrarwende.“

Richard Härtel, COO Elysium Solar

Gemeinsam für die Agri-PV der nächsten Generation

Die erfolgreiche Inbetriebnahme zeigt, was möglich ist, wenn Projektentwickler, Flächeneigentümer, Investoren und Umsetzungspartner gemeinsam an einer Vision arbeiten.

Für Elysium Solar ist Schönefeld ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer neuen Generation von Agri-PV-Projekten. Mit rund 250 MWp in der aktuellen Projektentwicklung und einer weiteren Pipeline von rund 2.000 MWp treiben wir den Ausbau großflächiger Agri-Photovoltaik in Deutschland weiter voran.

Schönefeld zeigt: Die Energiewende und eine zukunftsfähige Landwirtschaft können gemeinsam wachsen.

Zwischen Dürre und Energiewende: Was Agri-PV für die Landwirtschaft leisten kann

Der Klimawandel stellt die Landwirtschaft in Deutschland vor grundlegende Herausforderungen. Besonders in Brandenburg häufen sich Frühjahrstrockenheiten, Sandböden verlieren zunehmend ihre Wasserspeicherfähigkeit, und klassische Anbaustrategien stoßen an ihre Grenzen. Agri-PV bietet einen vielversprechenden Ansatz, um landwirtschaftliche Flächen widerstandsfähiger zu machen – ohne sie der Nahrungsmittelproduktion zu entziehen.

Doppelte Nutzung, einfaches Prinzip

Bei der Agri-PV werden Solarmodule mindestens vier Meter über dem Acker installiert. Die Fläche bleibt vollständig landwirtschaftlich nutzbar: Maschinen können darunter arbeiten, Pflanzen wachsen, Tiere grasen. Oben wird Strom erzeugt, unten wird geerntet. Entscheidend ist dabei nicht nur die doppelte Flächennutzung, sondern der direkte Beitrag zur Klimaresilienz: Die Beschattung durch die Module reduziert die Verdunstung um bis zu 40 Prozent – ein signifikanter Vorteil in Regionen, in denen Frühjahrstrockenheit inzwischen zur wiederkehrenden Belastung geworden ist. Erste Versuche zeigen, dass schattenverträgliche Kulturen wie Kartoffeln, Kräuter oder Waldstaudenroggen unter den Modulen stabile oder verbesserte Erträge erzielen können.

Forschung als Grundlage

Am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg wird in einem Reallabor systematisch untersucht, welche Kulturen und Anbaustrategien unter Agri-PV-Anlagen langfristig wirtschaftlich tragfähig sind. Prof. Klaus Müller, der die Versuche leitet, sieht in der Technologie eine notwendige Antwort auf den strukturellen Wandel:

„Wir müssen zukünftig mit häufiger Frühjahrstrockenheit rechnen. Die Frage ist nicht mehr, ob das kommt – sondern wie man damit wirtschaftet." – Prof. Klaus Müller, ZALF

Die Ergebnisse aus Müncheberg liefern eine wichtige Grundlage: Auf rund 0,7 Hektar Modulfläche produziert die Anlage etwa 600.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr – Energie, die direkt vor Ort genutzt werden kann und Betriebe unabhängiger von externen Preisschwankungen macht. Landwirt Benjamin Meise, der Testflächen für das Reallabor zur Verfügung stellt, beschreibt die wirtschaftliche Realität vieler Betriebe:

„Mit klassischem Getreide haben wir hier Jahre, da arbeiten wir am Limit. Die PV-Anlage gibt eine Grundsicherung." – Benjamin Meise, Landwirt

Handlungsbedarf auf politischer Ebene

Die technologischen Voraussetzungen für eine breite Anwendung von Agri-PV sind gegeben. Was fehlt, sind verlässliche rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Ungeklärte steuerliche Fragen, unsichere Förderstrukturen und blockierte Reformen erschweren langfristige Investitionsentscheidungen – dabei laufen Agri-PV-Anlagen typischerweise über 20 bis 30 Jahre.

„Es gibt ein großes Interesse, auch aus der Politik. Aber Agri-PV muss vom Ausnahmefall zur Regelanwendung werden, sonst bleibt es eine Nischenlösung." – Prof. Klaus Müller, ZALF

Den vollständigen Artikel von rbb24 lesen: https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2026/03/agri-photovoltaik-solar-landwirtschaft-klimawandel-brandenburg-zalf.html

Agri-PV als Klimaanpassungsstrategie: Was die Wissenschaft sagt

Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) hat im März 2026 eine Stellungnahme zur Wirtschaftlichkeit von Agri-Photovoltaik veröffentlicht – und warnt ausdrücklich vor vorschnellen Urteilen. Besonders mit Blick auf den Klimawandel liefern die Forscher überzeugende Argumente für die Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen.

Mehr als ein Kostenvergleich

In der aktuellen Debatte wird Agri-PV häufig allein an den Stromgestehungskosten gemessen – und dabei mit klassischen Freiflächenanlagen verglichen. Das ZALF hält diesen Ansatz für grundlegend unzureichend. Agri-PV ist ein integriertes Produktionssystem, das landwirtschaftliche Wertschöpfung und Energieerzeugung miteinander verbindet. Eine seriöse Bewertung muss daher zwingend die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft, unterschiedliche Geschäftsmodelle sowie die gesellschaftliche Akzeptanz einbeziehen.

Klimawandel macht Agri-PV zur Notwendigkeit

Der vielleicht wichtigste Aspekt der Stellungnahme betrifft die Klimaresilienz: Mit zunehmender Frühjahrstrockenheit gewinnt ein zentraler Effekt von Agri-PV-Anlagen erheblich an Bedeutung – die Reduzierung der Verdunstung durch die Beschattung der Solarmodule.

Mehrjährige Felduntersuchungen mit Winterweizen in Südwestdeutschland belegen, dass Agri-PV-Systeme durch veränderte Mikroklimabedingungen und verringerte Evapotranspiration den pflanzenphysiologischen Dürrestress signifikant mindern – insbesondere in trockenen Jahren. Das stabilisiert die Erträge und sichert die landwirtschaftliche Produktion langfristig ab.

Besonders relevant ist dieser Effekt an Standorten mit hoher Bodenqualität, aber geringer Wasserverfügbarkeit – wie etwa in der Magdeburger Börde im Regenschatten des Harzes. Hier könnte Agri-PV künftig sogar eine Voraussetzung für rentable Agrarproduktion darstellen.

Ein weiterer klimatischer Vorteil: Agri-PV-Anlagen wirken als Windbrecher und reduzieren damit gleichzeitig das wachsende Risiko der Winderosion – ein Problem, das durch zunehmende Wetterextreme an vielen Standorten in Deutschland relevant wird.

Synergien, die den Unterschied machen

Das ZALF betont, dass eine vollständige Bewertung von Agri-PV sämtliche Synergien zwischen Landwirtschaft und Energieerzeugung berücksichtigen muss. Dazu gehören die betriebliche Resilienz gegenüber zunehmender Witterungsvariabilität, positive Auswirkungen auf Biodiversität und Landschaftsbild, neue Produktionsmöglichkeiten in den geschützten Bereichen unter den Modulen – etwa für Arzneipflanzen oder andere Spezialkulturen – sowie die Erschließung zusätzlicher Einkommensquellen für Landwirte.

Gesellschaftliche Akzeptanz als Standortvorteil

Die Forschungsergebnisse des ZALF zeigen: Die Bevölkerung und Fachleute aus Landwirtschaft, Politik und Planung bewerten Agri-PV deutlich positiver als reine Freiflächenanlagen. In einer repräsentativen Befragung waren 44 % der Deutschen bereit, für Strom aus Agri-PV einen Aufpreis zu zahlen – gegenüber nur 29 % bei konventionellen Freiflächenanlagen.

Die gesellschaftliche Erwartung ist klar formuliert: Kein Entweder-oder zwischen Energieerzeugung und Landwirtschaft, sondern eine integrative Lösung, die Klimaschutz, Einkommensdiversifizierung und Ernährungssicherung miteinander verbindet. Projekte, die lokale Wertschöpfung schaffen und die betroffenen Gemeinden einbinden, werden dabei besonders positiv bewertet.

Fazit

Die ZALF-Stellungnahme macht deutlich: Wer Agri-PV nur als teurere Variante der Freiflächenanlage betrachtet, greift zu kurz. Angesichts zunehmender Trockenheit, Winderosion und Ertragsrisiken durch den Klimawandel entwickelt sich Agri-PV zunehmend von einer Option zu einer strategischen Antwort auf die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft.


Zum vollständigen Stellungnahme:
https://www.zalf.de/de/aktuelles/DokumenteMeldungen/PB2/2026_03_06_Stellungnahme_Agri-PV.pdf

Agri-PV: Mehr als nur Strom vom Acker

Agri-PV verbindet Solarenergie und Landwirtschaft auf ein und derselben Fläche – und gewinnt als Lösung für die Herausforderungen unserer Zeit zunehmend an Bedeutung. Das Forschungszentrum Jülich forscht intensiv zu diesem Thema. Im aktuellen Interview erläutern Dr. Matthias Meier-Grüll und Doktorandin Chantal Kierdorf, warum Agri-PV weit mehr bietet als reine Stromproduktion.

Doppelnutzung statt Flächenverlust

Bei Agri-PV-Anlagen werden Solarmodule so aufgestellt, dass darunter oder dazwischen weiterhin Landwirtschaft möglich bleibt – ob Ackerbau, Obstanbau oder Gemüseproduktion. Die Fläche geht also nicht verloren, sondern wird doppelt genutzt. In Zeiten von Klimawandel, Energiekrise und wachsender Flächenkonkurrenz ist das ein entscheidender Vorteil. Hinzu kommen weitere Synergien: Die Module spenden Schatten, schützen vor Hagel und Starkregen, helfen Wasser im Boden zu halten und fördern die Biodiversität.

Kosten im Kontext betrachten

Eine viel diskutierte Studie des Thünen-Instituts kommt zum Schluss, dass Agri-PV im Vergleich zu klassischen Photovoltaik-Freiflächenanlagen derzeit teurer ist. Doch wie Chantal Kierdorf betont, greift ein reiner Stromkostenvergleich zu kurz. Die Studie basiert auf Kostendaten aus dem Jahr 2023 – seitdem sind die Preise bereits gesunken. Außerdem ist Agri-PV eine junge Technologie, die noch am Anfang ihrer Lernkurve steht, während klassische Freiflächenanlagen seit Jahren optimiert werden.

Entscheidend sind die Zusatznutzen: Die landwirtschaftliche Fläche bleibt erhalten und trägt weiter zur regionalen Lebensmittelversorgung bei. Agri-PV-Anlagen können die Stromerzeugung gleichmäßiger über den Tag verteilen und so das Stromnetz entlasten. Betriebe können den Strom direkt selbst nutzen. Und da der landwirtschaftliche Flächenstatus erhalten bleibt, können steuerliche Vorteile entstehen.

Was Agri-PV jetzt braucht

Damit Agri-PV schneller günstiger wird, braucht es vor allem mehr Praxisprojekte. Wie Dr. Meier-Grüll erklärt, kennt man diesen Effekt aus der klassischen PV: Je mehr Anlagen gebaut werden, desto weiter sinken die Kosten durch Standardisierung und technische Weiterentwicklung. Eine gezielte Förderung in der Aufbauphase – die gemessen am gesamten EEG-Volumen überschaubar wäre – kann diesen Hochlauf beschleunigen.

Parallel dazu begleitet die Forschung kommerzielle Projekte wissenschaftlich, um zu verstehen, welche Pflanzen mit welchen PV-Systemen am besten harmonieren. Erste Ergebnisse zeigen, dass bestimmte Kombinationen sowohl die Strom- als auch die Ernteerträge verbessern können.

Fazit

Agri-PV ist mehr als eine Nischentechnologie – es ist ein vielversprechender Ansatz für die nachhaltige Flächennutzung der Zukunft. Wer die Technologie nur über den Strompreis bewertet, verkennt ihr volles Potenzial für Landwirtschaft, Energiesystem und regionale Wertschöpfung.


Zum vollständigen Interview:
https://www.fz-juelich.de/de/aktuelles/news/pressemitteilungen/2026/agri-pv-mehr-als-nur-strom-vom-acker

Agri-PV im Kostenvergleich: Warum der Blick auf die Stromgestehungskosten allein nicht reicht

Agri-PV wird in der öffentlichen Debatte häufig auf ihre Stromgestehungskosten reduziert – dabei greift diese Betrachtung zu kurz. Als Mitglied im Verband für nachhaltige Agri-PV (VnAP) unterstützen wir die aktuelle Stellungnahme des Verbands, die zeigt, warum Agri-PV wirtschaftlich wettbewerbsfähig ist und welche gesellschaftlichen Mehrwerte bei einer isolierten Kostenbetrachtung übersehen werden.

Agri-PV ist wettbewerbsfähig

Moderne Agri-PV-Systeme erzeugen Strom für 5 bis 12 ct/kWh – damit liegen sie auf dem Niveau anderer erneuerbarer Energien und deutlich unter den Kosten fossiler Kraftwerke. Die höheren Kostenwerte, die in aktuellen Studien auftauchen, betreffen vor allem Forschungsanlagen und hochspezialisierte Systeme für Sonderkulturen wie Obst oder Gemüse. Diese Anlagen sind aufgrund kleiner Stückzahlen und besonderer Anforderungen naturgemäß teurer – sie repräsentieren jedoch nicht den Stand der Technik für den breiten Markteinsatz. Kosteneffiziente Varianten wie vertikal aufgeständerte Anlagen oder einachsige Tracking-Systeme sind hingegen bereits heute wirtschaftlich betreibbar. Zudem ist zu erwarten, dass steigende Stückzahlen durch Lernkurveneffekte – wie bei der Freiflächenphotovoltaik vor einigen Jahrzehnten – zu deutlich sinkenden Kosten führen werden.

Mehr als Stromerzeugung

Eine rein auf Stromgestehungskosten ausgerichtete Bewertung wird der Technologie nicht gerecht. Agri-PV verbindet Energie- und Nahrungsmittelproduktion auf derselben Fläche – ein entscheidender Vorteil angesichts der wachsenden Flächenkonkurrenz in Deutschland. Täglich gehen hierzulande rund 55 Hektar Agrarland für Siedlung und Verkehr verloren, während der PV-Ausbau bis 2040 schätzungsweise 280.000 Hektar benötigt. Agri-PV löst diesen Konflikt durch intelligente Mehrfachnutzung, statt Flächen gegeneinander auszuspielen.

Darüber hinaus bieten Agri-PV-Systeme konkrete Vorteile für landwirtschaftliche Betriebe: Schutz vor Hagel und Hitzestress, geringerer Bewässerungsbedarf durch reduzierte Verdunstung und ein verbessertes Mikroklima, das Erträge stabilisiert. Besonders Ost-West-ausgerichtete und getrackte Systeme produzieren Strom gezielt in nachfragestarken Zeiten – morgens und abends –, was die Netzauslastung verbessert und Speicherbedarf reduziert. Nicht zuletzt ermöglicht Agri-PV landwirtschaftlichen Betrieben, direkt an der Energiewende teilzuhaben: durch zusätzliche Einkommensquellen, langfristige Planungssicherheit und eine stärkere Verankerung der Energiewende im ländlichen Raum.

Förderung im richtigen Verhältnis

Diese gesellschaftlichen Leistungen werden in klassischen LCOE-Berechnungen nicht abgebildet – dabei haben sie einen messbaren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wert. Auch die Förderperspektive relativiert die Kostendiskussion: Bei vollständiger Umsetzung des geplanten Ausschreibungsvolumens entstünden im EEG jährliche Mehrkosten von rund 89 Millionen Euro für Agri-PV – das entspricht lediglich 0,4 Prozent des EEG-Budgets. Zum Vergleich: Der geplante Ausbau neuer Gaskraftwerke bis 2030 erfordert Investitionen von bis zu 32 Milliarden Euro.

Eine gezielte Förderung von Agri-PV in dieser Entwicklungsphase ist deshalb sinnvoll: um Skaleneffekte zu erschließen, Systemkosten zu senken und eine Technologie zu etablieren, die mehrere gesellschaftliche Ziele gleichzeitig adressiert.

Der VnAP hat dazu eine ausführliche Stellungnahme veröffentlicht, die wir als Mitgliedsunternehmen ausdrücklich unterstützen.
Die vollständige Stellungnahme des VnAP ist hier abrufbar:
https://vnap.org/wp-content/uploads/2026/02/Stellungnahme-Agri-PV-im-Kostenvergleich-1.pdf

Agri-PV im Fokus: Umweltbundesamt bestätigt hohes Potenzial für doppelte Flächennutzung

Agri-PV rückt zunehmend in den Fokus der energie- und agrarpolitischen Debatte. In einem neu veröffentlichten Positionspapier zur Nutzung von Photovoltaik auf landwirtschaftlichen Flächen hebt das deutsche Umweltbundesamt (UBA) Agri-PV als besonders zukunftsfähige Lösung hervor. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Agri-PV eine doppelte Nutzung landwirtschaftlicher Flächen ermöglicht, ohne die landwirtschaftliche Produktion zu verdrängen, und gleichzeitig einen wesentlichen Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien leisten kann. Gerade vor dem Hintergrund steigender Flächenkonkurrenz, zunehmender Klimaextreme und ambitionierter Ausbauziele für Solarenergie bewertet das Umweltbundesamt Agri-PV als wichtigen Baustein für eine nachhaltige Energie- und Landwirtschaftspolitik. Das UBA empfiehlt ausdrücklich, diese Form der Photovoltaik weiter zu stärken und ihr gegenüber flächenintensiven Energiepflanzen eine größere Bedeutung einzuräumen.
Die vollständige Studie des Umweltbundesamts ist hier abrufbar:
https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/photovoltaik-auf-dem-acker-positionspapier

Für uns bestätigt diese aktuelle Einschätzung den eingeschlagenen Weg. Unsere Agri-PV-Projekte zeigen bereits heute, wie sich landwirtschaftliche Nutzung, wirtschaftliche Stabilität für Betriebe und klimafreundliche Stromerzeugung sinnvoll verbinden lassen. Etwa 90 % der Fläche bleiben weiterhin landwirtschaftlich nutzbar, während gleichzeitig regionaler Solarstrom erzeugt wird. Durch innovative, bewegliche Modulsysteme und eine bodenschonende Umsetzung entstehen Anlagen, die Kulturen vor Witterungsextremen schützen, zusätzliche Einnahmen ermöglichen und die Akzeptanz vor Ort erhöhen. Als spezialisierter Entwickler von Agri-PV-Projekten gestalten wir diese Entwicklung aktiv mit und setzen die Empfehlungen des Umweltbundesamts bereits heute in konkreten Projekten um – gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten, Kommunen und regionalen Partnern.

Deutschlandfunk berichtet über Agri-PV-Projekt in Schönefeld

Der Deutschlandfunk stellt in einem aktuellen Beitrag unser Agri-Photovoltaik-Projekt in Schönefeld vor und beleuchtet die Verbindung von Landwirtschaft, Solarstromerzeugung und begleitender Forschung.

In seinem Beitrag „Raus aus der Nische: Agri-PV in Schönefeld“ berichtet der Deutschlandfunk über unser Agri-Photovoltaik-Projekt in Brandenburg. Der Beitrag ordnet das Vorhaben in die Debatte um Flächennutzung und Energiewende ein und zeigt, wie landwirtschaftliche Nutzung und Solarstromerzeugung auf derselben Fläche kombiniert werden.

Im Mittelpunkt steht der Landwirt, der die Fläche bewirtschaften wird. Er schildert seine Erfahrungen mit der Agri-PV-Anlage und beschreibt, wie sich der landwirtschaftliche Betrieb mit der technischen Infrastruktur vereinbaren lässt. Thematisiert werden dabei sowohl praktische Aspekte der Bewirtschaftung als auch Fragen der langfristigen Planung.

Darüber hinaus greift der Beitrag die begleitende Forschung auf. Untersucht wird, welche Auswirkungen die Anlage auf Boden, Pflanzenwachstum und Erträge hat. Ziel ist es, belastbare Erkenntnisse zur Praxistauglichkeit von Agri-Photovoltaik zu gewinnen.

Zum gesamten Beitrag im Deutschlandfunk:
https://www.deutschlandfunk.de/raus-aus-der-nische-agri-pv-in-schoenefeld-100.html

Elysium Solar unterstützt offenen Brief der Allianz für Agri-PV an die Bundesregierung 

Heute haben wir als Teil der Allianz für Agri-PV einen offenen Brief an die Bundesregierung veröffentlicht, mit einem klaren Appell: Agri-PV muss als Schlüsseltechnologie der Energiewende anerkannt und gezielt gefördert werden.

Die zentralen Forderungen der Allianz:

Klare Abgrenzung von Agri-PV gegenüber klassischen Freiflächen-PV-Anlagen

Differenzierte Förderung über das EEG durch ein eigenes Untersegment

Schnelle Umsetzung der beihilferechtlichen Genehmigung für das Solarpaket 1

Aus unserer Erfahrung scheitern viele Projekte nicht am Willen der Landwirtinnen und Landwirte oder an der Technologie, sondern an fehlenden Definitionen, unklaren Fördermechanismen und langwierigen Genehmigungsprozessen. Die Energiewende kann nur gelingen, wenn Politik, Landwirtschaft und Energiebranche gemeinsam handeln – Agri-PV ist dafür ein zentraler Hebel.

Die Allianz für Agri-PV vereint Mitglieder des Verband für nachhaltige Agri-PV (VnAP), Landwirtinnen und Landwirte sowie verschiedene Forschungseinrichtungen, die sich intensiv mit Agri-PV beschäftigen. Gemeinsam setzen sie sich für eine klare politische Weichenstellung ein, um Agri-PV zum Markthochlauf zu verhelfen.

Elysium Solar unterstützt den Appell der Allianz ausdrücklich und fordert die Bundesregierung auf, jetzt verlässliche Rahmenbedingungen für Agri-PV in Deutschland zu schaffen.

Den vollständigen offenen Brief der Allianz für Agri-PV finden Sie hier:

Agrivoltaics Lecture Series: Forschung und Praxis im Austausch

Die Agrivoltaics Lecture Series bietet eine Plattform, auf der nationale und internationale Expert:innen aus Forschung, Wirtschaft, Politik und Landwirtschaft zentrale Fragen rund um die Agri-PV beleuchten. Die Online-Reihe wird vom Fraunhofer ISE gemeinsam mit dem Verband für nachhaltige Agri-PV (VnAP) organisiert, mit dem Ziel, Forschung und Praxis enger zusammenzubringen und das Potenzial der Agri-PV sichtbar zu machen.

Die Agrivoltaics Lecture Series findet jeden Donnerstag von 13:00 bis 14:00 Uhr statt. Nach dem Vortrag der Expert:innen haben Teilnehmende die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich aktiv an der anschließenden Diskussion zu beteiligen.

Im Mittelpunkt stehen nicht nur die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, sondern auch die praktischen Herausforderungen bei der Umsetzung von Agri-PV-Projekten. So entsteht ein wertvoller Austausch zwischen Forschung, Politik, Wirtschaft und Landwirtschaft, der zur Weiterentwicklung dieser zukunftsweisenden Technologie beiträgt.

Die Agrivoltaics Lecture Series richtet sich an alle, die sich mit den Chancen und Herausforderungen der Agri-PV beschäftigen.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://agri-pv.org/de/veranstaltungen-und-netzwerk/agrivoltaics-lecture-series/