Verband für nachhaltige Agri-PV betont die Chancen der Agri-PV für die Landwirtschaft und die regulatorischen Erfordernisse

Am 07.02.24 fand in Berlin die erste Klausurtagung des Verbands für nachhaltige Agri-PV (VnAP) statt, an der wir als Gründungsmitglied teilnahmen. Der VnAP setzt sich mit Nachdruck für eine verantwortungsvolle und nachhaltige Agri-PV ein. Diese soll durch die Verwendung unterstützender Technologien die Landwirtschaft fördern und gleichzeitig die Akzeptanz für erneuerbare Energien in der Gesellschaft erhöhen.

Die interdisziplinären Teilnehmer der Tagung aus Landwirtschaft, Umweltschutz, Energiewirtschaft, Recht und Wissenschaft waren sich einig, dass die Landwirtschaft vor großen Herausforderungen steht. Neben den steigenden Anforderungen an die Produktion stehen Landwirte vor der Aufgabe, ihre Betriebe mit Rücksicht auf Klimaschutz und Biodiversität zu gestalten, während sie gleichzeitig mit unsicheren Ernteerträgen und ausfallenden Subventionen konfrontiert sind.

In diesem Kontext betont der VnAP die Bedeutung der Agri-PV als multifunktionalen Lösungsansatz und fordert eine verstärkte Integration dieser Technologie in die Agrarpolitik. Gleichzeitig warnt der Verband vor einer unzureichenden Regulierung, die es der Energiewirtschaft ermöglichen könnte, konventionelle PV-Konzepte unter dem Deckmantel der Agri-PV auszurollen, was langfristig die landwirtschaftliche Primärproduktion gefährden könnte. Zum Schutz der Landwirtschaft und für die dauerhafte Akzeptanz der Agri-PV sind daher eine strikte Regulierung und eine nachhaltige Partizipation der Landwirtschaft notwendig.

Unser gemeinsames Ziel ist es, uns in diesem Prozess aktiv einzubringen und konstruktiv an der weiteren Ausgestaltung mitzuwirken!

Mehr Infos unter: https://www.iwrpressedienst.de/energie-themen/pm-8039-verband-fuer-nachhaltige-agri-pv-betont-die-chancen-der-agri-pv-fuer-die-landwirtschaft-und-die-regulatorischen-erfordernisse

dena Impulspapier zu Agri-PV als weitere Schlüsseltechnologie der Energiewende

Die Agri-Photovoltaik (Agri-PV) könnte die Energieversorgung und Landwirtschaft revolutionieren. Das Solarpaket I der Bundesregierung, derzeit in der Abstimmung, zielt auf den erleichterten Ausbau von Photovoltaikanlagen ab, auch auf landwirtschaftlichen Flächen. Gemeinsam mit der Deutsche Energie-Agentur (dena), Becker Büttner Held Rechtsanwälte (BBH) und dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) haben wir am  09. November das Impulspapier veröffentlicht.

Agri-PV löst Zielkonflikte zwischen Energiewende und Agrarproduktion durch die Mehrfachnutzung von Flächen. Das Impulspapier prognostiziert bis 2025 bis zu 1 Gigawatt installierte Agri-PV-Leistung. Handlungsfelder: klare Definitionen, Neubewertung in der Raumplanung, flexible Förderregeln, und Sichtbarkeit durch Pilotprojekte und Kommunikation im landwirtschaftlichen Sektor.

Ein wichtiger Beitrag zur Diskussion über Energie- und Agrarwende.

💡🌾 #AgriPV #Energiewende #Innovationen

https://www.dena.de/newsroom/meldungen/2023/agri-pv-als-weitere-schluesseltechnologie-der-energiewende/

Erstes Nationales Forum Agri-PV: Wie gestaltet sich der Markteintritt von Agri-PV in Deutschland?

Gemeinsam mit unseren Partnern im Forschungskonsortium "SynAgri-PV" koordiniert durch Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE haben wir am 6. Oktober 2023 zum Ersten Nationalen Forum für Agri-PV eingeladen.
Das Ziel: den Austausch zwischen Branchenexperten, Politikern und Forschern zu zu stärken und den Erfahrungsaustausch rund um Agri-PV zu fördern.

Prof. Klaus Müller, Projektleiter am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), fasste das erste Forum nach spannenden Diskussionen rund um die Agri-PV zusammen: 

„Ein Austausch zwischen den Akteuren ist nötig, um zu verhindern, dass alle PV-Anlagen in eine Topf geworfen werden – dies gilt nicht nur für Fragen zu Freiflächenanlagen, sondern auch für die unterschiedlichen Varianten von Agri-PV"

Prof. Klaus Müller

In den Diskussionen wurde die Vielfalt von Agri-PV-Anlagen und ihre Bedeutung für die Energiewende und Landwirtschaft hervorgehoben. Trotz positiver Regulierungsfortschritte in Deutschland sind Anpassungen nötig, wobei es zentral ist, dass die Landwirtschaft mitentscheidet. 

Richard Härtel sprach genau diese Stellschrauben bei der spannenden Podiumsdiskussion an. Wir danken Anna Heimsath vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE für die Moderation.

Das zweite Nationale Forum Agri-PV ist für das Frühjahr 2024 geplant, wir freuen uns drauf!

Vielen Dank unseren Partnern im Forschungskonsortium: Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISELeibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF)Stiftung UmweltenergierechtUniversität HohenheimDie BBH-Gruppe, Bosch und Partner.

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung
Bildrechte: © Alexa Torres Boggio / Fraunhofer ISE 

Pressemitteilung: https://nachrichten.idw-online.de/2023/10/17/erstes-nationales-forum-agri-pv-wie-gestaltet-sich-der-markteintritt-von-agri-pv-in-deutschland

Elysium Solar ist Gründungsmitglied des neuen Verbands für Nachhaltige Agri-PV (VnAP)

Wir freuen uns bekannt zu geben, dass wir gemeinsam mit weiteren Agri-PV Unternehmen wie Next2Sun, REM Tec, CAV Partners sowie den Forschern der Hochschule Anhalt und engagierten Agri-PV Landwirten Gründungsmitglied des ersten deutschen Verband für nachhaltige Agri-PV (VnAP) sind.

Die Verbandsgründung ist ein wichtiger Schritt für den Markthochlauf der Agri-PV in Deutschland und die Begleitung der entsprechenden Rahmenbedingungen. Mit der Landwirtschaft im Zentrum und für den nachhaltigen Ausbau erneuerbarer Energien.

Wir freuen uns darauf der Agri-PV in Deutschland mit unseren Partnern und der Verbandsarbeit eine Stimme zu geben, um die Energie- und Agrarwende in Deutschland gemeinsam zu gestalten.

Der VnAP wird sich für eine klare Definition der Agri-PV einsetzen, Forschung und Entwicklung fördern und das Bewusstsein für Agri-PV schärfen. Die Initiative ist ein wichtiger Schritt in eine grünere Zukunft mit nachhaltiger Landwirtschaft im Einklang mit erneuerbaren Energien.

Für weitere Informationen über den VnAP und unsere Beteiligung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Parlamentarisches Frühstück zur "Roadmap für den Markthochlauf der Agriphotovoltaik"

Gemeinsam mit unserem Forschungskonsortium SynAgri-PV haben wir heute ein Parlamentarisches Frühstück zur "Roadmap für den Markthochlauf der Agriphotovoltaik" veranstaltet.

"Um die hohe Akzeptanz für Agri-PV beim Markthochlauf nicht aufs Spiel zusetzen, braucht es hohe Standards für die Abgrenzung zu konventionellen PV Freiflächenanlagen. Agri-PV muss klar der Landwirtschaft dienen!"

Richard Härtel, Prokurist Elysium Solar GmbH

Während des parlamentarischen Frühstücks wurde über die aktuellen Chancen und Herausforderungen von Agri-PV gesprochen: 

- Wie sind die aktuellen Marktbedingungen?
- Was sind politische aber auch technische Gestaltungsoptionen?
- Wo liegen die rechtlichen Stellschrauben?

Im Dialog mit politischen EntscheidungsträgerInnen wurde zu diesen Punkten konstruktiv diskutiert, mit dem Ziel einer zukunftsfähigen Agrarwirtschaft und einen nachhaltigen Ausbau der erneuerbaren Energien sinnvoll zu vereinen.

Gemeinsam können wir die Agrar- und Energiewende gestalten!

Wir danken der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) und Tibor Fischer für die Moderation & Organisation sowie unseren Partnern im Forschungskonsortium: Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISELeibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung e.V. (ZALF)Die BBH-Gruppe, Bosch & Partner GmbH, Stiftung UmweltenergierechtUniversität Hohenheim.

Sonnenstrom vom Feld: Commerz Real steigt mit Klimavest in Agri-Photovoltaik-Markt ein

Als erster großer Vermögensverwalter in Deutschland investiert die Commerz Real für ihren Impact-Fonds Klimavest in ein Elysium-Solar-Projekt. In der Nähe von Berlin gelegen, soll der Park 2025 den Betrieb aufnehmen und eine Nennleistung von rund 50 Megawatt erreichen. Mit dem Ankauf macht die Commerz Real erstmals ein großflächiges Agri-PV-Projekt in Deutschland für private Investoren zugänglich. Weitere sollen folgen.

Das Konzept der Agri-PV bezeichnet die doppelte Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen im Zusammenspiel mit Photovoltaikanlagen: Auf Ständern befestigte Solarmodule fangen das Sonnenlicht ein, darunter oder dazwischen wachsen Getreide, Obst oder Gemüse. „Agri-Solar-Vorhaben bieten Vorzüge durch Mehrfachnutzung derselben Fläche und ermöglichen einen Interessenausgleich zwischen Naturschutz, Land- und Energiewirtschaft“, sagt Dominique Candrian, Co-Geschäftsführer bei Elysium Solar.

Befürworter der Technologie argumentieren, dass gerade in dicht besiedelten Ländern wie Deutschland damit neue Flächen für die regenerative Energieerzeugung erschlossen werden könnten. Das Konzept ist flexibel und kann je nach Bedarf an die konkrete Nutzung und die Umweltbedingungen vor Ort angepasst werden. Zudem können die Solarmodule helfen, die Ernte vor Wettereinflüssen wie Hagel oder zu starker Sonneneinstrahlung abzuschirmen oder das Mikroklima auf den Anbauflächen zu verbessern.Bei dem Projekt von Commerz Real und Elysium Solar werden die Module in Reihen aufgestellt und automatisiert am Sonnenverlauf ausgerichtet.

In den Schneisen dazwischen ist eine Bewirtschaftung mit Landmaschinen möglich. Geeignete Nutzungsarten sind etwa der Anbau von Spargel oder Beeren durch einen regionalen Landwirtschaftsbetrieb.

„Mit der Kooperation übernehmen wir in Deutschland eine Vorreiterrolle und bringen großflächige Agri-Photovoltaik an den Kapitalmarkt, so diversifizieren wir unser Portfolio und sichern unseren Investoren die Chance auf attraktive Renditen, zusammen mit einem konkreten Beitrag zum Klimaschutz.“

Timo Werner
Fondsmanager des Klimavest bei der Commerz Real.

Die prognostizierte Stromproduktion des Agri-PV-Parks soll ausreichen, um nach Zahlen des Statistischen Bundesamts den rechnerischen Jahresbedarf von rund 19.000 Durchschnittshaushalten zu decken. Der Park ist nur das erste Projekt der beteiligten Partner. So ist bereits vereinbart, dass Elysium Solar für die Commerz Real noch mindestens zwei weitere Agri-PV-Parks von ähnlicher Größe entwickeln wird.

Über die Commerz Real

Die Commerz Real ist der Assetmanager für Sachwertinvestments der Commerzbank Gruppe und verfügt über 50 Jahre internationale Markterfahrung. Über 800 Mitarbeiter verwalten in der Zentrale in Wiesbaden sowie 17 weiteren Standorten und Niederlassungen im In- und Ausland Vermögens-werte von rund 34 Milliarden Euro. Umfassendes Know-how im Assetmanagement und eine breite Strukturierungsexpertise verknüpft die Commerz Real zu ihrer charakteristischen Leistungspalette aus sachwertorientierten Fondsprodukten und individuellen Finanzierungslösungen. Zum Fonds-spektrum gehören der offene Immobilienfonds Hausinvest, der erste Privatanleger-Impactfonds mit Sachwertfokus Klimavest, institutionelle Anlageprodukte sowie unternehmerische Beteiligungen der Marke CFB Invest mit Sachwertinvestitionen in den Schwerpunktsegmenten Immobilien und rege¬nerative Energien. Als Leasingdienstleister des Commerzbank-Konzerns bietet die Commerz Real zudem bedarfsgerechte Mobilienleasingkonzepte. Bereits seit 2005 investiert die Commerz Real in Solarenergie und seit 2016 auch in Windkraftanlagen und weitere Energieinfrastruktur-Segmente. Aktuell verwaltet das Unternehmen in Deutschland und Europa mehr als 50 Solarkraftwerke und über 40 On- und Offshore-Windparks mit einer Gesamtnennleistung von rund 1,5 Gigawatt.

www.commerzreal.com

Über den Klimavest

Mit dem Klimavest hatte die Commerz Real 2020 den ersten Impact-Fonds für Privatanleger gestar-tet, der fokussiert in Sachwerte investiert. Während seiner Laufzeit soll er ein Portfolio aus Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien sowie nachhaltiger Infrastruktur, Mobilität und Forstwirtschaft im Wert von insgesamt mindestens 25 Milliarden Euro aufbauen, davon etwa 10 Milliarden Euro Eigenkapital. Im Unterschied zu herkömmlichen Nachhaltigkeitsfonds investiert der Klimavest in sol-che Assets, die einen messbaren und damit nachweisbaren Beitrag zur Senkung des Kohlenstoff-dioxid(CO2)-Aussto1 es leisten. Zudem gelten weitere strenge Nachhaltigkeitsparameter gemä1 gel-tender EU-Taxonomie-Verordnung. Das Fondsmanagement strebt eine jährliche Rendite (nach BVI-Methode) zwischen 3,5 und 4,5 Prozent an. Anleger können sich ab 10.000 Euro beteiligen und erhalten über die Wertentwicklung hinaus ein regelmä1 iges Reporting zur erzielten Klimawirkung der Assets im Fonds.

www.klimavest.de

Projekt “SynAgri-PV” bringt Agri-Photovoltaik raus aus der Nische


Anfang Juli 2022 startete das Projekt „SynAgri-PV: Synergetische Integration der Photovoltaik in die Landwirtschaft als Beitrag zu einer erfolgreichen Energiewende – Vernetzung und Begleitung des Markthochlaufs der Agri-PV in Deutschland“.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierte Projekt wird mit 1,7 Mio. Euro gefördert und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Unter Koordination des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE sowie des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) arbeiten neun Partner aus Forschung, Praxis und Industrie gemeinsam an der Entwicklung eines Leitbildes für den Einsatz von Agri-PV in Deutschland. Ziel ist es, zentrale wissenschaftliche, juristische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für den Markthochlauf in Deutschland zu evaluieren, zu beschreiben und zu beschleunigen.

Um das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 zu erreichen, ist ein zügiger und massiver Ausbau Erneuerbarer Energien in Deutschland erforderlich. Aufgrund der zunehmenden Elektrifizierung in der Mobilität und Industrie ist mit einem Bruttostromverbrauch von rund 1.100 Terrawattstunden (TWh) pro Jahr zu rechnen. Aktuell liegt dieser Wert bei etwa 530 TWh. Neben dem Ausbau der Windenergie können diese Zielgrößen nur durch einen signifikanten Ausbau im Bereich der Photovoltaik erreicht werden. Hier wird von einem notwendigen Zubau auf das Sechs- bis Achtfache der heute installierten Leistung ausgegangen, auf rund 400-445 GW bis in das Jahr 2045. Weil ein bedeutender Teil dieses Zubaus von 12 – 20 Gigawatt (GW) pro Jahr auf der Freifläche erwartet wird, zeichnet sich vielerorts ein erheblicher Flächenbedarf ab. Dadurch steigt der Druck auf die ohnehin knappe Ressource Land, die auch für die Produktion von Nahrungsmitteln, Energiepflanzen, als Bauland oder andere Landnutzungen benötigt wird.

Landwirtschaftliche Nutzung und Energieerzeugung kombinieren

Eine vielversprechende Lösung und gleichzeitig eine Chance sowohl für die Landwirtschaft als auch die Energiewende bietet die Agri-Photovoltaik (Agri-PV). Agri-PV beschreibt die kombinierte Produktion von erneuerbarer Energie und Nahrungsmitteln auf derselben Fläche und stellt somit eine vergleichsweise neue Form der Landnutzung dar. Die Module von Agri-PV-Anlagen sind im Vergleich zu den herkömmlichen Freiland-Photovoltaikanlagen meist hoch aufgeständert und ermöglichen so die Unterfahrt von Landmaschinen. Damit ist es möglich, die PV-Leistung stark auszubauen, und dabei Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten. Über eine teilweise Verschattung durch die PV-Module bietet diese doppelte Landnutzung das Potenzial, neben der Energieerzeugung auch Kulturpflanzen vor intensiver Sonnenstrahlung zu schützen und damit negative Folgen des Klimawandels auf die Landwirtschaft abzumildern. Durch die Verschattung werden zudem auch die Verdunstung von Wasser und das Austrocknen der Böden reduziert.

Schwenkbare Module, sogenannte PV-Tracker, ermöglichen mehr Lichteinfall, den die Pflanzen für ihr Wachstum benötigen und sind damit auch leistungsfähiger als die statischen Freiland-Photovoltaikanlagen. Die PV-Module können zudem eine Schutzfunktion für Pflanzen gegenüber Extremwetterereignissen wie Hagel oder Frühjahrsfrost übernehmen. Inzwischen sind auch Anlagen mit integrierter Bewässerung marktreif. Über Blühstreifen auf den nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen können zudem positive Effekte auf die Biodiversität erzielt werden.

Aktuell sind erste Anlagen in Deutschland insbesondere bei Sonderkulturen im Einsatz, etwa beim Anbau von Obst, wo ein Schutz vor Wettereinflüssen wünschenswert ist.

„Damit sind Agri-PV-Systeme für die Landwirtschaft zunehmend attraktiv, weil hiermit eine Möglichkeit gegeben ist, die heimische Landwirtschaft auch gegenüber dem internationalen Markt wettbewerbsfähig zu halten und den Landwirtinnen und Landwirten zusätzliches Einkommen zu ermöglichen. Gleichzeitig können wir den Ausbau der Erneuerbaren Energien vorantreiben, den Druck auf die knappe Fläche Land reduzieren und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Wetterextremen und Klimawandel in verschiedenen Anbausystemen erhöhen.“

Max Trommsdorff, Projektleiter am Fraunhofer ISE

Markthochlauf: Hürden überwinden

Trotz dieser Ausgangslage konnten bisher in Deutschland nur sehr wenige, kleine Projekte realisiert werden. Gründe hierfür liegen insbesondere in den bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen, darunter unzureichende Anreizsysteme und vergleichsweise aufwendige Genehmigungsprozesse. Zudem treten zunehmend Sorgen auf, etwa was die Akzeptanz der jeweils ansässigen Bevölkerung und die Landschaftsattraktivität angeht.

Im Rahmen des Vorhabens soll der wissenschaftliche, rechtliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Stand der Agri-PV für den Standort Deutschland evaluiert werden. Ziel ist, evidenzbasiert und unter Einbezug möglichst aller relevanten Akteure ein gesellschaftliches Leitbild für den Ausbau der Agri-PV in Deutschland zu entwickeln, Handlungsbedarf zu dessen Umsetzung zu benennen, Lösungsansätze zu skizzieren und weiteren Forschungsfelder zu identifizieren. Dazu werden laufende Pilotanlagen begleitet und vernetzt, Beteiligungsformate geschaffen sowie die gewonnenen Erkenntnisse ausgewertet, aufbereitet und der breiten Öffentlichkeit und Politik zugänglich gemacht. Über möglichst alle relevanten Bereiche aus Praxis, Technologie, Rechtssetzung und Wissenschaft, zum Beispiel Akzeptanzforschung und Agronomie, werden Kontakte hergestellt sowie eine Plattform für den Wissens- und Erfahrungsaustausch im Bereich der doppelten Landnutzung etabliert.

„Durch den integrierten Ansatz aus Nahrungs- und Futtermittelproduktion sowie Energiegewinnung können Agri-PV-Systeme mehrere Synergien ermöglichen – nicht nur für den Landwirtschafts- und Energiesektor, sondern auch in Bezug auf das Wassermanagement, den Landschafts- und Naturschutz sowie soziale Innovationsprozesse“

Prof. Klaus Müller, Projektleiter am ZALF

Zur optimalen Nutzung der Potenziale für die Energiewende und zur Prävention von Fehlentscheidungen in der Anwendung von Agri-PV sollen im Projekt neben der Vernetzung insbesondere die Begleitung von Praxisbeispielen Perspektive im Vordergrund stehen.

Viele Disziplinen, ein Ziel: Agri-PV marktfähig machen

Das Fraunhofer ISE (Koordination) bringt seine langjährige Erfahrung im Bereich der Agri-PV-Forschung ein und wird insbesondere ein Monitoringsystem für bestehende Anlagen entwickeln und Prototypenbetriebe technisch und betriebswirtschaftlich evaluieren und begleiten. Zudem sollen wichtige Fragen zu Agri-PV mit Tierhaltung erarbeitet werden. Darunter fällt auch die Frage, welche Anforderungen für die Sicherung einer landwirtschaftlichen Hauptnutzung der Fläche herangezogen werden können.

Das Fraunhofer ISE (Koordination) bringt seine langjährige Erfahrung im Bereich der Agri-PV-Forschung ein und wird insbesondere ein Monitoringsystem für bestehende Anlagen entwickeln und Prototypenbetriebe technisch und betriebswirtschaftlich evaluieren und begleiten. Zudem sollen wichtige Fragen zu Agri-PV mit Tierhaltung erarbeitet werden. Darunter fällt auch die Frage, welche Anforderungen für die Sicherung einer landwirtschaftlichen Hauptnutzung der Fläche herangezogen werden können. www.ise.fraunhofer.de

Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. (Koordination) wird sich insbesondere mit Fragen der Akzeptanz, den Anforderungen verschiedener Akteure aus Politik, Praxis, Natur- und Umweltschutz sowie mit den Themen Nutzungskonflikte und Öffentlichkeitsarbeit befassen und Lösungen zur Konfliktreduktion und Vernetzung entwickeln. Hierzu wird u. a. eine repräsentative Bevölkerungsumfrage durchgeführt. www.zalf.de


Die Universität Hohenheim bringt mehrjährige Projekterfahrungen zum Thema ein und wird sich den spezifischen pflanzenökologischen Aspekten des Nutzungssystems auch mit Untersuchungen an einer Pilotanlage widmen. Im Fokus des Forschungsinteresses steht die Frage nach der Wechselwirkung zwischen Wasser- und Lichtverfügbarkeit der Pflanzen mit dem Ziel, die Wissensbasis für die Ertragsmodellierung in Agri-PV-Systemen zu verbessern. www.uni-hohenheim.de

Becker Büttner Held Rechtsanwälte Wirtschaftsprüfer Steuerberater PartGmbB Rechtsanwaltskanzlei sowie die Stiftung Umweltenergierecht bringen die notwendige juristische Expertise ein. Sie werden die Hemmnisse für die Agri-PV im Rechtsrahmen identifizieren und Lösungsansätze für deren Beseitigung entwickeln. https://stiftung-umweltenergierecht.de​ und www.die-bbh-gruppe.de.

Die Firma Elysium Solar GmbH, als Projektierer und Berater von neuartigen Agri-PV-Anlagen, bringt die Perspektive der Anwendung im industriellen Maßstab und den aktuellen Stand der Anwendungspraxis in der Landwirtschaft mit aktuell rund 250 MWp in der konkreten Projektentwicklung in Deutschland ein. https://elysium-solar.de​

Die Bosch & Partner GmbH widmet sich dem Thema Umweltverträglichkeit von Agri-PV-Anlagen. www.boschpartner.de​

Die zwei assoziierten Landwirtschaftsbetriebe Fabian Karthaus und Hofgemeinschaft Hegelbach bringen ihre Erfahrungen aus der praktischen Prototypen-Nutzung in das Projekt ein.

Förderhinweis:

Dieses Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Weitere Informationen zum Thema Agri-PV:https://agri-pv.org/de/

Die Elysium-Solar-Anlagenaufstellung: Die Grundlage für echte PV-Mehrfachnutzung

Prof. Dr. Klaus Müller, ZALF und Elysium Beirat: Agri-PV Chancen und das Beispiel von Elysium Solar

Aufstellungskonzept:

  • Hochwertige, effiziente bifaziale PV-Module sorgen für eine hohe spezifische PV-Leistung

  • PV-Tracker ermöglichen die Nachführung der Solarmodule um eine Achse, so dass variable Arbeitsbreiten mit geringerer Verschattung entstehen bei gleichzeitig höherem energetischen PV-Ertrag. Die Technologie ist weltweit erprobt und sicher.

  • Die Modultische sind so hoch aufgestellt, dass unter den Modulen eine Bewirtschaftung mit ausreichend Lichteinfall erfolgen kann

  • Dies erlaubt eine gezielte Verwendung dieser Räume für Maßnahmen mit ökologischem Mehrwert (Blühstreifen).

  • Zusätzliche Ausgleichsflächen innerhalb der umzäunten Solaranlage bieten Lebensraum und Rückzugsort für Tiere.

  • Großzügige Reihenabstände bieten Flexibilität für eine echte landwirtschaftliche Mehrfachnutzung.

  • Weitere Synergien, wie die mögliche Installation einer Bewässerungsanlage ermöglichen Anpassungen an Klimafolgen, neue Wertschöpfungsketten und Produkte.

Junglandwirt sprüht vor innovativen Ideen

Auf Gut Netzow wird seit 22 Jahren Ökolandbau betrieben. Junglandwirt Jakob Michel hat viele Projekte im Kopf, wie Ökolandbau, Arten-, Klimaschutz und Ökonomie in Einklang gebracht werden könnten. Doch momentan sieht er sich von regionalen Politikern zu Unrecht ausgebremst.

NETZOW

Jakob Michels Mutter war „Überzeugungstäterin“, als sie nach einem Jahr konventioneller Landwirtschaft auf Gut Netzow bei Templin in den 1990er Jahren auf ökologische Landwirtschaft umschwenkte. Ihr Sohn, der gerade in Göttingen Landwirtschaft studiert und kurz vor seinem Bachelorabschluss steht, will nach seinem Masterstudium einmal den Uckermärkischen Betrieb fortführen. Der junge Mann, der zuvor eine Berufsausbildung in der konventionellen Landwirtschaft absolviert hatte, will in der Uckermark weiter Ökolandbau betreiben.

Ebenfalls aus Überzeugung, aber ebenso, weil er sich als „Landwirt auch als Unternehmer“ versteht, wie er betont. Ein Unternehmer müsse das Beste aus seinem wichtigsten Produktionsmittel, dem Boden, machen und selbigen natürlich schützen. Ob seine Entscheidung mit der Bodenwertzahl 50 plus auch so ausgefallen wäre – darüber möchte der junge Mann nicht spekulieren. Im konventionellen Landbau laste viel Druck auf den Bauern, über hohe Erträge Einkommen zu erzielen. Da wäre es ohne Pflanzenschutz kaum machbar, dem Unkraut beizukommen, das natürlich bei so einem prächtigen Nährstoffangebot wie bei guten Böden, ebenfalls besonders gut gedeiht, weiß er. So erkläre sich auch, warum sich der Ökolandbau in der Uckermark vor allem dort konzentriere, wo die Böden karger sind. Im Bioanbau würden die Produkte besser honoriert und viele Ökolandbauern nutzen natürlich auch Agrarumweltprogramme, um auf ihren Flächen extensive Landbewirtschaftung und Artenschutzmaßnahmen umzusetzen.

Unter anderem auf einem Ackerstreifen kurz vor Dorettenhof hat das Gut Netzow es in diesem Jahr das erste Mal mit einem Blühstreifen für die Artenvielfalt versucht. Der Acker ist an dieser Stelle ohnehin weniger rentabel. „Aber auch Blühstreifen gedeihen nicht von selbst“, weiß Jakob Michel. Auch da stecke viel Arbeit und Geld was nun endlich auch im Ökolandbau gefördert werde. Allein mit 350 Euro Saatgutkosten pro Hektar müsse man rechnen, dazu kämen die Kosten für das Mähen und die Bodenbearbeitung. „Wer die Fläche nicht so gut wie für eine Weizenaussaat vorbereitet, bei dem blüht auch nichts“, so Michel. Auf seinem Blühstreifen sollten 30 bis 40 verschiedene Blühpflanzen gedeihen. „Als wir den Streifen im April gedrillt haben, blieb es vier Wochen trocken“, erinnert der junge Mann. Er zeigt sich dennoch zufrieden, was daraus geworen ist. An den letzten Sommertagen jedenfalls summte es kräftig über dem Streifen, während nebenan zweijähriges Kleegras dafür sorgt, dass der Acker für die nächste Bestellung sauber bleibt und mit Nährstoffen aus der Luft angereichert wird.

Für die Zukunft hätten er und seine Mutter für die rund 70 Hektar große Fläche bei Dorettenhof noch ganz andere Visionen. Blühstreifen sollten künftig auf 30 Hektar unter drehbaren Freiflächen-Solarmodulen gedeihen, die in Abständen von bis zu 18 Metern in Nord- Südrichtung voneinander aufgestellt würden, sodass zwischendrin – dort wo der Boden mit 35 Bodenpunkten noch am nährstoffreichsten ist, auch ganz normale Landwirtschaftsmaschinen durchfahren könnten.

„Wir haben Partner gefunden, die uns innovative Solarmodule liefern wollen, die während der Bodenbearbeitung und Ernte senkrecht gestellt werden können und von beiden Seiten Sonnenenergie einfangen können“

Junglandwirt Jakob Michel

berichtet der Junglandwirt begeistert. „So können wir auf 40 Hektar auch künftig Ackerbau betreiben und haben insgesamt eine verlorene Fläche“, sagt er. Gemeinsam mit dem ZALF (Zentrum für Agrarlandschaftsforschung) sollen Studien betrieben werden, wie die teilweise verschatteten Flächen unter den Solarmodulen auch künftig sinnvoll landwirtschaftlich genutzt werden können. Jakob Michel schwebt vor, dort den Auslauf für mobile Hühnerställe anzulegen. Auf zehn Hektar würde das ZALF seine Experimente durchführen. 

Leider habe man bei der Vorstellung dieses „Leuchtturmprojektes“ im Bauausschuss keine positive Resonanz erfahren. In der Angst, landwirtschaftliche Nutzfläche auf lange Sicht der Lebensmittelproduktion zu entziehen, hatten die Ausschussmitglieder das Projekt des Gutes Netzow nicht befürwortet. Die Ackerfläche liegt im Landschaftsschutzgebiet. Und auch baurechtlich wäre Pionierarbeit zu leisten, wenn das künftige Sondergebiet zugleich weiter landwirtschaftlich genutzt werden soll. Auch vom Hauptausschuss der Stadt Templin gab es für das Projekt kein grünes Licht.

Jakob Michel bedauert das. Schließlich seien doch gerade die Landwirte aufgefordert, sich Gedanken um den Klimaschutz zu machen. Durch die ackerbauliche Nutzung der besseren Bodenstreifen, alternative Nutzungen unter den Modulen durch mobile Hühnerställe oder Blühflächen käme es zu einer viel kleinteiligeren Nutzung des sonst 70 Hektar großen Schlages.

Angedacht sei, dieses Feld als Ausgleichsmaßnahme durch eine sechs Meter breite und sechs Meter hohe Hecke zu begrenzen, was weiteren Mehrwert für den Umwelt und Naturschutz in einer Region bringen würde, in der ansonsten der Maisanbau dominiere. Und mit Biogasanlagen aus Mais Strom zu produzieren, verbrauche 40 mal soviel Fläche, wie das geplante Projekt der doppelten Nutzung mit PV-Modulen. Diese Nutzung würde also wieder mehr Fläche für die Nahrungsproduktion bedeuten, als die bisherige großflächige Maisproduktion für Biogasanlagen.

„Wenn wir in Deutschland den Ausstieg aus Kohle- und Kernkraft und künftig auch die Unabhängigkeit von konventionellem Erdgas wollen, dann werden wir den grünen Strom brauchen, egal wo er produziert und verbraucht wird“

Junglandwirt Jakob Michel

ist der Landwirt überzeugt. Und wenn Landwirtschaft durch Klima-, Umwelt- und naturschutzpolitische Maßnahmen sowie durch Dürre und damit zunehmen- den Schädlings- und Krankheitsdruck in ihrer Handlungsfähigkeit immer weiter eingeschränkt werde, dann müsse man ihr auch die Möglichkeit geben, andere sinnvolle rentable Nutzungen auf ihren Flächen zu entwickeln, um mit ihnen eben auch die Lebensmittelproduktion vor Ort am Leben zu erhalten.

In seinem Ökolandbaubetrieb fahre er bereits siebengliedrige Fruchtfolgen, mit Kleegras als Futter, Dinkel/ Weizen, Zwischenfrüchten, Ölleinsamen, Sommerfrüchten/Hafer, Winterroggen oder Lupine und Sommerbraugerste, auf zwei Siebentel der Fläche werde jeweils kein Ertrag generiert. Tierproduktion sei ja augenscheinlich in der Bevölkerung und politisch eher nicht erwünscht, obwohl diese als Lieferant von organischem Dünger sehr helfen würde.

„Unter all diesen Prämissen können auch wir Landwirte nicht immer weitermachen wie bisher und müssen nach Alternativen suchen, ins besondere wir Landwirte müssen uns doch an die demografischen Veränderungen anpassen“, sagt Jakob Michel überzeugt. Die doppeltgenutzte PV-Anlagen könnten eine solche Alternative sein, eine Stromspeicheranlage und mobile Hühnerställe bei Dorettenhof weitere. In seiner Bachelorarbeit beschäftigt er sich übrigens gerade mit der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse vor Ort, unter anderem des Biohafers als Hafermilch.