Welche Auswirkungen hat die Agri-PV auf das Landschaftsbild und den Tourismus in Klütz?
Durch die Lage des Projekts hinter einer natürlichen Geländeerhebung sowie ergänzende Hecken- und Baumpflanzungen wird die Sichtbarkeit der Anlage deutlich reduziert. Dadurch bleiben die Auswirkungen auf das Landschaftsbild begrenzt. Wesentliche Beeinträchtigungen des Tourismus in Klütz sind nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu erwarten.
Kann der erzeugte Strom überhaupt ins Netz eingespeist werden?
Ja. Das Projekt wird nur in enger Abstimmung mit dem zuständigen Verteilnetzbetreiber umgesetzt. Für das Vorhaben liegt bereits die Zusage vor, dass ausreichend Netzkapazitäten für die Einspeisung des erzeugten Stroms vorhanden sind.
Darüber hinaus erzeugt die Agri-PV-Anlage durch ihre nachgeführten Tracker-Module besonders in den Morgen- und Abendstunden Strom – also zu Zeiten, in denen der Strombedarf häufig höher ist. Dadurch wird die Stromerzeugung besser an den Verbrauch angepasst und das Netz zusätzlich entlastet.
Wie profitieren die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Klütz von dem Projekt?
Die lokale Wertschöpfung und Teilhabe sind zentrale Bestandteile des Projekts. Daher wurde ein umfassendes Beteiligungskonzept entwickelt, das über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht:
Dazu zählen:
- 100.000 Euro jährliche Abgabe an die Gemeindekasse
- 100.000 Euro jährliche Direktzahlungen an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Klütz
- 400 Euro jährliche Grünstromboni an Haushalte der Gemeinden Klütz, Eulenkrug und Tarnewitzerhagen, welche in bis zu 650m Nähe zu dem Projekt leben
-6.5 Mio. Euro über 30 Jahre an die Gemeindekasse durch Gewerbesteuern da wir mit Sitz in der Gemeinde ausgründen
-Investitionen in den Dorfplatz sowie Sitzgelegenheiten, Überdachung,
Grillplatz, E-Ladepunkt und Agri-PV Lehrpfad an der Anlage.
Warum ist Agri-PV sinnvoll?
Agri-PV schafft einen Ausgleich zwischen Landwirtschaft und erneuerbaren Energien. In Deutschland sind landwirtschaftliche Flächen begrenzt, und Freiflächen-Solaranlagen konkurrieren oft mit dem Anbau von Nahrungsmitteln. Agri-PV schafft hier mit einem "sowohl-als-auch"-Ansatz einen Interessenausgleich, da beides auf derselben Fläche ermöglicht wird. Das führt zu mehr Akzeptanz in der Bevölkerung, wie eine Untersuchung der Universität Bonn zeigt. Neben der gleichzeitigen Nutzung für Strom und Lebensmittel bietet Agri-PV einen weiteren Vorteil: Schutz der Pflanzen vor Extremwetter. Die Solarmodule wirken wie ein Dach – sie reduzieren Hitzestress durch starke Sonneneinstrahlung, schützen den Boden vor Austrocknung und verringern Verdunstung.
Darüber hinaus stärkt die doppelte Flächennutzung den ländlichen Raum, sichert Einkommen für Landwirtinnen und Landwirte und trägt dazu bei, wertvolle Lebensräume für kommende Generationen zu erhalten.
Welche Fundament- oder Verankerungssysteme werden eingesetzt?
Bei unseren Agri-PV-Anlagen verzichten wir bewusst nach Möglichkeit auf Beton und verwenden sogenannte Rammfundamente. Die Unterkonstruktion wird dabei auf Stahlpfosten montiert, die etwa 2 Meter tief in den Boden eingelassen (gerammt) werden. So entsteht ein tragfähiges System, ohne den Boden dauerhaft zu versiegeln oder großflächig zu verändern.
Ein entscheidender Vorteil dieses Systems ist die vollständige rückbaubarkeit: Am Ende der Laufzeit können die Pfosten einfach wieder gezogen werden, sodass die Fläche in ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt werden kann.
Dadurch bleibt der Boden in seiner Funktion erhalten und kann weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden – sowohl für Ackerbau als auch als Grünland.
Wirkt sich eine Agri-PV-Anlage auf den landwirtschaftlichen Ertrag aus?
Forschungsergebnisse zeigen, dass Agri-PV den landwirtschaftlichen Ertrag langfristig stabilisieren oder sogar erhöhen kann. Ein angepasstes Anlagendesign mit gezieltem Licht- und Wassermanagement sowie die Auswahl geeigneter Pflanzen sorgen dafür, dass Obst und Gemüse optimal wachsen. Besonders in Trockenperioden hilft Agri-PV, Ernteausfälle zu reduzieren, da die Teilverschattung den Boden feuchter hält und der Bewässerungsbedarf sinkt.
Entstehen durch Agri-PV-Anlagen Lärm oder Lichtreflexionen?
Im laufenden Betrieb machen Agri-PV-Anlagen kaum Geräusche. Bei Anlagen mit Nachführsystemen, den sogenannten Trackern, bewegen sich die Module im Tagesverlauf mit der Sonne. Diese Geräusche sind jedoch sehr leise und nur in unmittelbarer Nähe wahrnehmbar.
Verlieren wir unsere guten Ackerböden durch die Agri-PV Anlage?
Zum Glück nicht! Das ist genau der Vorteil der Agri-PV. Bei unseren Anlagen bleiben rund 90% der Fläche weiterhin in aktiver landwirtschaftlicher Nutzung. Viele Landwirte sehen inzwischen sogar das Potential durch die intelligente Nutzung von Schatten und Windbruch, welche sich durch die Agri-PV zusätzlich ergibt, besser an Extremwetter anzupassen. Außerdem verhindern unsere Rammfundamente ohne Beton eine dauerhafte Minderung der Bodenqualität.