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26. Februar 2026

Agri-PV im Kostenvergleich: Warum der Blick auf die Stromgestehungskosten allein nicht reicht

Agri-PV wird in der öffentlichen Debatte häufig auf ihre Stromgestehungskosten reduziert – dabei greift diese Betrachtung zu kurz. Als Mitglied im Verband für nachhaltige Agri-PV (VnAP) unterstützen wir die aktuelle Stellungnahme des Verbands, die zeigt, warum Agri-PV wirtschaftlich wettbewerbsfähig ist und welche gesellschaftlichen Mehrwerte bei einer isolierten Kostenbetrachtung übersehen werden.

Agri-PV ist wettbewerbsfähig

Moderne Agri-PV-Systeme erzeugen Strom für 5 bis 12 ct/kWh – damit liegen sie auf dem Niveau anderer erneuerbarer Energien und deutlich unter den Kosten fossiler Kraftwerke. Die höheren Kostenwerte, die in aktuellen Studien auftauchen, betreffen vor allem Forschungsanlagen und hochspezialisierte Systeme für Sonderkulturen wie Obst oder Gemüse. Diese Anlagen sind aufgrund kleiner Stückzahlen und besonderer Anforderungen naturgemäß teurer – sie repräsentieren jedoch nicht den Stand der Technik für den breiten Markteinsatz. Kosteneffiziente Varianten wie vertikal aufgeständerte Anlagen oder einachsige Tracking-Systeme sind hingegen bereits heute wirtschaftlich betreibbar. Zudem ist zu erwarten, dass steigende Stückzahlen durch Lernkurveneffekte – wie bei der Freiflächenphotovoltaik vor einigen Jahrzehnten – zu deutlich sinkenden Kosten führen werden.

Mehr als Stromerzeugung

Eine rein auf Stromgestehungskosten ausgerichtete Bewertung wird der Technologie nicht gerecht. Agri-PV verbindet Energie- und Nahrungsmittelproduktion auf derselben Fläche – ein entscheidender Vorteil angesichts der wachsenden Flächenkonkurrenz in Deutschland. Täglich gehen hierzulande rund 55 Hektar Agrarland für Siedlung und Verkehr verloren, während der PV-Ausbau bis 2040 schätzungsweise 280.000 Hektar benötigt. Agri-PV löst diesen Konflikt durch intelligente Mehrfachnutzung, statt Flächen gegeneinander auszuspielen.

Darüber hinaus bieten Agri-PV-Systeme konkrete Vorteile für landwirtschaftliche Betriebe: Schutz vor Hagel und Hitzestress, geringerer Bewässerungsbedarf durch reduzierte Verdunstung und ein verbessertes Mikroklima, das Erträge stabilisiert. Besonders Ost-West-ausgerichtete und getrackte Systeme produzieren Strom gezielt in nachfragestarken Zeiten – morgens und abends –, was die Netzauslastung verbessert und Speicherbedarf reduziert. Nicht zuletzt ermöglicht Agri-PV landwirtschaftlichen Betrieben, direkt an der Energiewende teilzuhaben: durch zusätzliche Einkommensquellen, langfristige Planungssicherheit und eine stärkere Verankerung der Energiewende im ländlichen Raum.

Förderung im richtigen Verhältnis

Diese gesellschaftlichen Leistungen werden in klassischen LCOE-Berechnungen nicht abgebildet – dabei haben sie einen messbaren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wert. Auch die Förderperspektive relativiert die Kostendiskussion: Bei vollständiger Umsetzung des geplanten Ausschreibungsvolumens entstünden im EEG jährliche Mehrkosten von rund 89 Millionen Euro für Agri-PV – das entspricht lediglich 0,4 Prozent des EEG-Budgets. Zum Vergleich: Der geplante Ausbau neuer Gaskraftwerke bis 2030 erfordert Investitionen von bis zu 32 Milliarden Euro.

Eine gezielte Förderung von Agri-PV in dieser Entwicklungsphase ist deshalb sinnvoll: um Skaleneffekte zu erschließen, Systemkosten zu senken und eine Technologie zu etablieren, die mehrere gesellschaftliche Ziele gleichzeitig adressiert.

Der VnAP hat dazu eine ausführliche Stellungnahme veröffentlicht, die wir als Mitgliedsunternehmen ausdrücklich unterstützen.
Die vollständige Stellungnahme des VnAP ist hier abrufbar:
https://vnap.org/wp-content/uploads/2026/02/Stellungnahme-Agri-PV-im-Kostenvergleich-1.pdf

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